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Ausstellungen


Roland Goeschl / Fritz Wotruba

EXPLOSIV 1958-1975

20. Juni 2012 bis 25. November 2012
Belvedere 21Belvedere
Mit Roland Goeschl / Fritz Wotruba. EXPLOSIV 1958–1975 zeigt das 21er Haus eine Sonderpräsentation zweier Künstler, die eng mit dem Museum beim Schweizergarten verbunden sind: Roland Goeschl feierte 1969 seine große Einzelausstellung im „alten“ 20er Haus, und Fritz Wotrubas Nachlass wird seit November 2011 dauerhaft als „Wotruba im 21er Haus“ ausgestellt. Farbplastik und klassische Skulptur stehen sich bei den beiden wichtigen Figuren für die österreichische Kunstgeschichte gegenüber. Aber auch in der innovativen Kraft der Arbeiten von Wotrubas Schüler Roland Goeschl erkennt man die Grundlagen der Ideen zur Modernen Skulptur seines Lehrers Fritz Wotruba.
Gemeinsam ist beiden Künstlern, dass sie ihr Werk stets als eine Recherche nach dem Raum in der Skulptur und in der Plastik gestellt haben. Beide arbeiteten an dem Verhältnis von Figur und Architektur. Nach einem London-Aufenthalt im Jahr 1962 entdeckt der gebürtige Salzburger Goeschl die farbige Plastik. Damit geht er auch einen wesentlichen Schritt in die eigene Richtung, nämlich den Raum durch Organisation von Volumen und Farbe neu zu definieren. Mitte der 1960er Jahre radikalisiert Goeschl seinen Begriff von Bildhauerei und erweitert seine Plastik zu architektonischen Raumgebilden.

In den späten 60er Jahren beginnt Goeschl seine Figuren fast ‚bausatzartig‘ in geometrische Formen zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. Gleichzeitig schafft er Arbeiten für den öffentlichen Raum und baut begehbare Skulpturen. Obgleich sich Goeschl damit formal weit von den puristischeren Ansätzen seines ehemaligen Lehrmeisters Fritz Wotruba entfernt, illustriert die Ausstellung die ideengeschichtliche Verknüpfung der beiden Künstler. Wotruba hat bereits in den 50er Jahren Figuren geschaffen, die auf Elemente der Architektur Bezug nahmen. Er nutzt die Arbeit an Bühnenbildern, um seinen bildhauerischen Ansatz zu radikalisieren, der dann an der Arbeit zur „Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“  in den 70er Jahren seinen radikalen Ausdruck einer skulpturalen Architektur findet.
Goeschl hingegen nutzte die Arbeit an den Filmen für die Firma Humanic, sowie die Kunst-am-Bau Projekte, um seine neue Raumkonzeption in der Plastik künstlerisch umzusetzen.

Beide Künstlerpersönlichkeiten zollten einander gegenseitig großen Respekt. Aufgeschlossen verfolgte Wotruba die Kunst seiner Zeit und unterstützte durch seine Kenntnis innovative künstlerische Konzepte, die er auch in seine klassisch moderne Haltung zur Skulptur zu integrieren wusste.