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Ausstellungen


Gelatin

Loch

05. Juni 2013 bis 29. September 2013
Belvedere 21Belvedere
Nach der Intervention von Marcus Geiger (2011) und der Einzelausstellung von Hans Schabus (2012) wurde das 21er Haus auch in diesem Jahr Schauplatz einer vor und für den Ort entstandenen Ausstellung, die das ganze Gebäude umfasst. Den Anfang bildete ein haushoher Block im Atrium des Museums, ein Werkstoff, eine Mine, die auf ihre Ausbeutung wartete. Gewonnen wurde zunächst jedoch nur Leere. Die Musik setzte ein, die vier und ihre mitgebrachten Freunde aus aller Welt fingen an zu graben und abzubauen, Hohlräume zu schaffen. Die Löcher wurden gefüllt und als Skulpturen im Raum verteilt.
Auf der Suche nach der verlorenen Form, dem Negative Space und dem Untergrund der Oberfläche waren Gelatin im 21er Haus zwischengelandet. Ein voluminöser Titan erleichterte erfüllend den Raum. Dessen perfekte Form wurde kariös ruiniert, gelöchert und skulptiert, und gebar dadurch alles Weitere.

In seiner unsichtbaren Weichheit diente er der Genese der Ausstellung und durfte sich dafür rundum verflüchtigen. So wie der Adler Prometheus die Leber aus dem Leib zog, entrissen Gelatin dem Giganten Stücke. Klassischen Materialien und Recherchen über Einfachheit folgten skulpturale Plastiken und umgekehrt. All das geschah unter Mithilfe der verwirrenden Konzentration vermögender Akteure. Viele Hände gaben und nahmen.

So schufen Gelatin in sechs Tagen, von 5. bis 9. Juni 2013, mit musikalischer Untermalung und kulinarischer Versorgung die Ausstellung vor Ort und vor Publikum. Die im haushohen Block entstandenen Hohlräume dienten als Gussformen für Plastiken, die nach und nach den Ausstellungsraum füllten. Die sechstägige Performance transformierte das Museum in ein Hybrid aus Schauplatz, Atelier, Bühne und Ausstellungsort. Die vor Ort entstandenen Plastiken und die Reste ihrer Produktion bilden die Ausstellung, die bis 29. September im 21er Haus zu sehen ist.