BC21 Art Award

BC21 Art Award, Ausstellungsansicht Anna Witt, Foto: Markus Krottendorfer, © Belvedere, Wien
Ausstellungsansicht BC21 Art Award 2011, Lucie Stahl, Foto: Lisa Rastl, © Belvedere, Wien
Ausstellungsansicht BC21 Art Award 2009, Nadim Vardag, Foto: Eva Würdinger, © Belvedere, Wien
BC21 Art Award 2007, Constantin Luser, Vibrosaurus, 2006, Courtesy Christine König Galerie, Wien, © Belvedere, Wien
BC21 Art Award, Ausstellungsansicht Marlene Haring, Foto: Markus Krottendorfer, © Belvedere, Wien
BC21 Art Award, Ausstellungsansicht Ralo Mayer, Foto: Markus Krottendorfer, © Belvedere, Wien
BC21 Art Award, Ausstellungsansicht Christoph Meier, Foto: Markus Krottendorfer, © Belvedere, Wien

Der im Jahr 2007 von dem Beratungsunternehmen The Boston Consulting Group (BCG) und dem Belvedere ins Leben gerufene BostonConsulting & BelvedereContemporary Art Award (BC21 Art Award) ist in Österreich lebenden Künstlerinnen und Künstlern unter 40 Jahren gewidmet, deren Werk die Begegnung mit anderen Disziplinen sucht. Nach Constantin Luser (2007), Nadim Vardag (2009) und Lucie Stahl (2011) erhält in diesem Jahr Anna Witt den mit 20.000 Euro höchst-dotierten privaten Kunstpreis in Österreich.

Der mit 20.000 Euro höchstdotierte österreichische Privatpreis für zeitgenössische Kunst wurde am 30. September zum vierten Mal durch das Beratungsunternehmen The Boston Consulting Group (BCG) und das Belvedere verliehen.

 

2015
7. Oktober 2015 – 14. Februar 2016
Weitere Informationen

 

 


2013

Jury Statement: Aufgrund des hohen Niveaus jedes einzelnen Beitrags fiel es uns schwer, eine Gewinnerin bzw. einen Gewinner auszuwählen, doch nach eingehender Beratung entschieden wir uns einstimmig dafür, den Preis an Anna Witt zu verleihen. Als Jury befanden wir, dass es sich bei ihr um eines der seltenen Beispiele einer Kunstschaffenden handelt, der es gelingt, konzeptuelle Fragestellungen mit einer Empathie für jene zu verbinden, die zu ihren Werken beitragen, und dies in einer präzisen Formensprache auszudrücken. Ihre künstlerische Praxis scheint von echter Neugier getragen, wie der Einzelne denkt und die Welt in sozialer und politischer Hinsicht erfährt. Und man könnte meinen, dass sich diese Neugier auf den Betrachter überträgt. Ihre performativen und auf Zusammenarbeit mit Einzelnen und Gruppen basierenden Videoinstallationen lassen erkennen, wie Witt die Mitwirkenden mit Handlungsfähigkeit ausstattet, indem sie ihnen die Rolle aktiver Bürger zuweist und Worte und Gedanken in einen gemeinsamen öffentlichen Diskussionsraum leitet. Aus der Tradition politisierter Kunst heraus befasst sie sich in ihrem Schaffen mit zahlreichen Spielarten dieser Richtung, formuliert sie jedoch im Hinblick auf die Anforderungen sowohl gegenwärtiger Gegebenheiten als auch ihrer eigenen künstlerischen Praxis neu. Trotz ihrer konzeptuellen und politischen Ausrichtung versteht es die Künstlerin, die Macht des Visuellen gekonnt einzusetzen und Raumsituationen zu schaffen, welche die Aufmerksamkeit des Betrachters ganz und gar gefangen nehmen.

Gewinnerin
Anna Witt
Video-Podcast zu Anna Witt

Nominierte
Marlene Haring
Ralo Mayer
Christoph Meier
Anna Witt

Nominierungsjury
Diana Baldon, Leiterin des Non-Profit-Ausstellungsraums Index in Stockholm und zuvor langjährige Dozentin an der Akademie der bildenden Künste Wien, entschied sich für Anna Witt; Krist Gruijthuijsen, Direktor des Grazer Kunstvereins, nominierte Christoph Meier; Vít Havránek, Leiter der Prager Dependance des international tätigen Kunstinitiativen-Netzwerks tranzit.org, wählte Marlene Haring aus; Sabine Schaschl schließlich, die als Leiterin kürzlich vom Kunsthaus Baselland an das Haus Konstruktiv in Zürich wechselte, komplettierte die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten mit Ralo Mayer.

Auswahljury
Agnes Husslein-Arco, Direktorin Belvedere und 21er Haus, Giovanni Carmine, Direktor der Kunst Halle Sankt Gallen in der Schweiz, Maria Hlavajova von BAK – basis voor actuele kunst, Utrecht, Nataša Petrešin-Bachelez, Chefredakteurin des Manifesta Journal, Paris/Amsterdam, sowie Grant Watson, Kurator am Iniva – Institute of International Visual Arts in London

Ausstellung
Von 5. September 2013 bis 3. November 2013


2011

Gewinner
Lucie Stahl

Nominierte
Anna Artaker
Florian Pumhösl
Lucie Stahl

Nominierungsjury
Für den BC21 2011 schickt die Nominierungsjury – bestehend aus Sabine Breitwieser, Chefkuratorin des Department of Media and Performance Art am Museum of Modern Art New York, Yilmaz Dziewior, Direktor des Kunsthauses Bregenz, Boris Ondreicka, Künstler und freier Kurator, und Kathleen Rahn, Direktorin des Kunstvereins Nürnberg – Anna Artaker (1976), Florian Pumhösl (1971) und Lucie Stahl (1977) ins Rennen.

Auswahljury
Annie Fletcher, Kuratorin am Van Abbemuseum Eindhoven, Matthias Mühling, Sammlungsleiter und Kurator für internationale Gegenwartskunst an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Jay Sanders, Co-Kurator der Whitney Biennale 2012, Jonas Storsve, Kurator am Centre Pompidou Musée national d’art moderne Paris, und Agnes Husslein- Arco, Direktorin des Belvedere

Jurystatement
„Die Jury des BC21 Art Award freut sich sehr, mit einem einstimmigen Votum das Werk von Lucie Stahl auszuzeichnen.
Insbesondere hat die Jury die eigenständige und fantasievolle Bildsprache Lucie Stahls überzeugt, die mit ihren vielfältigen Anspielungen eine produktive sowie medienreflexive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Bilder in Gang setzt. Die auf einem kleinen Scanner belichteten Stillleben kombinieren Alltagsgegenstände mit von der Künstlerin verfassten Texten und überführen die reale Dreidimensionalität in die Fläche des Bildes. Ihre Einschreibung in die bildnerischen Traditionen der Malerei mittels einfachster Medien und Objekte führt zu überraschenden wie humorvollen Ergebnissen. Dabei ist die Kombination auf Schrift und Bild in der Lage, die polyphonen Bedeutungen auf größere Kontexte wie z.B. Geschlechtsidentität oder ideologische Ressentiments zu erweitern.
Im Arrangement mit nicht definierten Flüssigkeiten, Schaum oder staubigen Substanzen werden die wohlbekannten Gegenstände zu entfremdeten Visionen, während die nachträgliche Umhüllung der Computerausdrucke mit hochglänzendem Polyurethan den Arbeiten eine zusätzliche formale Geschlossenheit verleiht. Die Jury ist davon überzeugt, dass die Arbeit von Lucie Stahl einer vielversprechenden Zukunft entgegengeht. Am Ende der Dank der Jury an alle drei Künstler mit ihren anspruchsvollen Arbeiten in einer hervorragend eingerichteten Ausstellung.“


2009

Gewinner
Nadim Vardag

Nominierte
Catrin Bolt
Andreas Fogarasi
Anita Leisz
Nadim Vardag

Nominierungsjury
Adam Budak, Philipp Kaiser, Hemma Schmutz und Barbara Steiner – haben jeweils einen Künstler nominiert.

Auswahljury
Agnes Husslein-Arco, Angelika Nollert, Bartomeu Marí, Heike Munder und Hans-Peter Wipplinger

Jury-Statement
„Der BC21 Art Award ging heuer an den 1980 geborenen Nadim Vardag, der die hoch karätig besetzte Jury mit seinen Filmen, Zeichnungen und installativen Skulpturen überzeugte. Die Auszeichnung wurde am Donnerstagabend, im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung im Augarten Contemporary, die eine Werkauswahl der für den BC21 Art Award 2009 nominierten Künstler zeigt, von Antonella Mei-Pochtler, Senior Partnerin bei The Boston Consulting Group, und Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco an Vardag überreicht.
Der in Regensburg geborene Künstler hat an den Akademien der bildenden Künste in Nürnberg und Wien studiert. Er arbeitet mit installativen Szenarien, die ihre Anleihen oft dem Kino entnehmen. Filmsequenzen von nur wenigen Sekunden montiert er zu Loops, deren minimale Bewegungen eine Spur zwischen Apparat und Bild zeichnen. Generell bildet die Komplexität von Film, Apparatur und Effekt projizierter Bilder ein zentrales Motiv für die installativen Objekte Vardags. Wenn er eine Reihe von Tischgestellen des Architekten Egon Eiermann zu einem Geflecht aus Eisenrohren verdichtet und dieses an einer Seite mit einer bespannten Stofffläche gewissermaßen abschließt, dann wird die Fläche buchstäblich zur Projektionsfläche.“


2007

Gewinner
Constantin Luser

Nominierte
GELITIN Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reither, Tobias Urban
Constantin Luser
Ursula Mayer
Misha Stroj
 

Jury
Agnes Husslein-Arco (Belvedere, Wien), Massimiliano Gioni (New Museum, New York; Fondazione Trussardi, Mailand), Ariane Grigoteit (Deutsche Bank Sammlung, Frankfurt), Thomas Trummer (The Aldrich Contemporary Art Museum, Ridgefield) und Hans-Peter Wipplinger (art:phalanx, Wien), haben für den Art Award 2007 Gelitin, Constantin Luser, Ursula Mayer und Misha Stroj nominiert.

Jurystatement
„Luser reagiert in seiner Kunst auf Raum, Körper und Materialbeschaffenheiten. Einige seiner Objekte  („Fahrbares Rotationsquintett“) fordern dazu auf, benützt zu werden. Sie dienen dem Zuschauer damit als Interaktions- und Handlungsraum. Sein Umgang mit Skulptur ist ein äußerst spielerischer, was nicht zuletzt seine ironischen Umdeutungen und Neudefinitionen von Objekten wie Blasinstrumenten  (Skulptur „Vibrosaurus“) betrifft. Ein Verschieben von Einschreibungen und damit Kontextveränderungen evoziert neue Wahrnehmungen von Wirklichkeiten. Lusers Zeichnungen wiederum - ob monomental expandierend auf großen Wandflächen oder begrenzt auf ein vorgegebenes Stück Papier - sind geprägt von einer unglaublichen Präzision und Akribie, einer ausgesprochenen Liebe und Sensibilität zum Detail („Die Stadt“), die geradezu obsessiv und doch so souverän wirkt. Besonders aufregend sind auch seine zeichnerischen Entwürfe und Skizzen, die in der Installation („Sleeping Longer“) quasi eine Übersetzung von der Zwei- in die Dreidimensionalität erfahren. Dergestalt entstehen ganz neue Räume, denen durch ihre eigenwilligen Konstruktionen, die sowohl computergenerierte als auch organische Assoziationen auslösen, durch dieses architektonische Vokabular etwas Visionäres und zugleich Futuristisches ausstrahlen.“

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