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Unteres Belvedere

Sonderausstellungen und Kunst im Außenraum

Die Bauarbeiten des Unteren Belvedere dauerten von 1712 bis 1716. Architekt war Johann Lucas von Hildebrandt, der für Prinz Eugen zahlreiche Bauten ausführte und neben Johann Bernhard Fischer von Erlach der bedeutendste österreichische Barockarchitekt war. Der Zugang führt am Rennweg durch das wappen- und initialengeschmückte Mitteltor in den Ehrenhof und von dort – ursprünglich – in den Marmorsaal. Die Funktion des Unteren Belvedere war die eines Wohnschlosses, während das Obere Belvedere vor allem repräsentativen Zwecken diente. Außerdem barg das Untere Belvedere Teile der Sammlungen des Prinzen.

Der Marmorsaal

Der zweistöckige Marmorsaal des Unteren Belvedere diente ursprünglich zum repräsentativen Empfang von Gästen. Die Wandgliederung ist der Triumphbogenarchitektur entlehnt und verweist mit Kriegstrophäen und Gefangenen auf Prinz Eugens große Erfolge als kaiserlicher Oberbefehlshaber. Die ovalen Gipsmedaillons mit Szenen aus dem Leben Apolls erinnern hingegen an die schöngeistigen Interessen des Prinzen. Das Deckenfresko von Martino Altomonte zeigt Apoll im Sonnenwagen, Eugen bekommt als nackter Heros von Merkur die Kunde von der Verleihung der päpstlichen Ehrengaben überbracht. Diese wurden ihm aufgrund seiner Verdienste in der Schlacht von Peterwardein im Jahr 1716 verliehen.

Die Marmorgalerie

Die Marmorgalerie wurde höchstwahrscheinlich eigens zur Aufstellung der drei Herculanerinnen geplant. Die antiken Statuen waren in der zweiten, vierten und sechsten Nische aufgestellt, während die übrigen, weitaus stärker bewegten Figuren Werke des Barockbildhauers Domenico Parodi sind. Bereits 1736 wurden die Herculanerinnen nach Dresden verkauft und hier durch drei weitere Skulpturen von Parodi ersetzt. Auch hier verweisen an den Wänden stuckierte Kriegstrophäen auf die militärischen Erfolge des Prinzen Eugen, dessen Apotheose in den Stuckreliefs an der Decke dargestellt wird: Er thront gerüstet im Mittelfeld und empfängt Auszeichnungen, während der Friede naht und Neid sowie Hass vertrieben werden.

Der Groteskensaal

Die Dekoration von Sale terrene und Gartenpavillons mit Groteskenmalereien an den Wänden und an der Decke war im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts in Wien überaus beliebt. Der aus Augsburg stammende Jonas Drentwett hat an der Decke des Groteskensaales im Unteren Belvedere die vier Jahreszeiten und in den Ecken die vier Elemente dargestellt. Die fensterlosen Wände zeigen die Schmiede des Vulkan sowie die drei Grazien, wodurch die Prinzipien des Männlichen und des Weiblichen verkörpert werden. Die Malereien sind größtenteils original erhalten. Ein Bombentreffer an der zum Kammergarten gerichteten Seite im Jahr 1945 machte jedoch teilweise ergänzende Restaurierungsarbeiten notwendig.

Das Goldkabinett

Ursprünglich befand sich im Anschluss an die Marmorgalerie ein Konversationszimmer mit einer Wandbespannung aus mit Zweigen und Vögeln bemalter Seide. Unter Maria Theresia erfolgte im Zuge der Adaptierungen des Unteren Belvedere auch die Umgestaltung dieses Raumes zu einem Goldkabinett (bzw. Spiegel- und Porzellankabinett). Die Bestandteile hierfür stammen aus dem Stadtpalais des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse und wurden für das Untere Belvedere entsprechend ergänzt. Es ist anzunehmen, dass sich das Goldkabinett bereits 1765 in seiner neuen Erscheinung präsentierte.

Besucherinfos

Öffnungszeiten Unteres Belvedere & Orangerie
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr

Öffnungszeiten Prunkstall
Täglich 10 bis 12 Uhr

Kontakt
Tel. +43 1 795 57 134
E-Mail public@belvedere.at

Adresse
Rennweg 6, 1030 Wien